Die Mediation: Vorgestellt


Der Ursprung der Mediation liegt darin, eine Alternative zu dem klassischen Gerichtsverfahren zu schaffen. Zwar befriedet ein Urteilsspruch die rechtliche Lage, häufig jedoch ohne eine für die Parteien befriedigend optimale Lösung, insbesondere unter wirtschaftlichen Aspektenzu finden. Zwar wird ein Anspruch gegeben oder abgelehnt, jedoch kann das Gericht keine darüber hinausgehenden Faktoren berücksichtigen.
Zukünftig unbelasteter privater Umgang oder eine weitere professionelle Zusammenarbeit sind durch eine rein rechtliche Klärung häufig nicht gegeben. Gerade wirtschaftliche Interessen sind oft drängend und erfordern eine zeitnahe Lösung.

An diesen Problemen setzt die Mediation an und ermöglicht einen Prozess der die Problemlösung, in all ihren Facetten, in den Mittelpunkt setzt.
Den Parteien wird durch den Mediator ermöglicht eine zeitnahe, kreative und gestalterische Lösung zu finden, die alle notwendigen, also auch konfliktfernen Umstände berücksichtigen kann.

 

Neutralität / Allparteilichkeit

Das wohl wesentlichste Merkmal der Mediation, sowohl in ihrem Ablauf als auch in der Person des Mediators, ist die Neutralität. Der Mediator ist weder Schlichten noch Richter. Er bezieht keinerlei Position zugunsten einer Partei und verfolgt stets eine beidseitige, parteiengerechte Lösung. Er entscheidet nicht für oder gegen eine Partei. Stattdessen führt er die Parteien durch den Prozess der Konfliktbeilegung und stellt sicher, dass beide Parteien fair und ausreichend in diesen einbezogen werden.

§1 I MediationsG
Ein Mediator ist eine unabhängige und neutrale Person ohne Entscheidungsbefugnis, die die Parteien durch die Mediation führt.


§2 III MediationsG
Der Mediator ist allen Parteien gleichermaßen verpflichtet. Er fördert die Kommunikation der Parteien und gewährleistet, dass die Parteien in angemessener und fairer Weise in die Mediation eingebunden sind. Er kann im allseitigen Einverständnis getrennte Gespräche mit den Parteien führen.

 

Freiwilligkeit

Die Mediation ist freiwillig und kann somit jederzeit von den Parteien beendet werden. Zudem ist sie ein Prozess, dessen Erfolg letztendlich in der Verantwortung der Parteien liegt.

§1 I MediationsG
Mediation ist ein vertrauliches und strukturiertes Verfahren, bei dem Parteien mithilfe eines oder mehrerer Mediatoren freiwillig und eigenverantwortlich eine einvernehmliche Beilegung ihres Konflikts anstreben.

 

Vertraulichkeit

Der Mediator ist von Gesetzes wegen zur Verschwiegenheit verpflichtet. Zudem ist es in der Praxis üblich, dass sich die Parteien jeweils zur Verschwiegenheit verpflichten.

§ 4 S.1 MediationsG
Der Mediator und die in die Durchführung des Mediationsverfahrens eingebundenen Personen sind zur Verschwiegenheit verpflichtet, soweit gesetzlich nichts anderes geregelt ist. Diese Pflicht bezieht sich auf alles, was ihnen in Ausübung ihrer Tätigkeit bekannt geworden ist.